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Hier
sind Infos, Eindrücke, Anekdoten und Fotos vom Theatersport-Festival
2008 im Stadtgarten.
An alle Leser/innen:
Eigene Beiträge, Kommentare und Fotos für diese Seite bitte senden
an christianschulz@freistil-theater.de
Freitag, 11. Juli
Sonntag, 13. Juli
Montag, 14. Juli
Dienstag, 15. Juli
Mittwoch, 16. Juli
Donnerstag, 17. Juli
Freitag, 18. Juli
Montag, 21. Juli
Mittwoch, 30. Juli
Freitag, 11. Juli: Vorfreude
Die Vorfreude auf das Festival steigt - genauso wie die Zugriffszahlen
für diese Homepage. Einige Festival-Gruppen haben bereits
das Programm für ihren Auftritt festgelegt. Die Zuschauer dürfen sich auf folgende
Theatersport-Disziplinen freuen:
Hier und Jetzt I (spielt am Mo., 14.7.
um 18 Uhr):
- Maschine
- Erzählchor
- Hackordnung
- Alphabetspiel
- Chorus Line
- Dia-Vortrag
- Armreden-Diskussion |
Hier und Jetzt II (spielt am Mo., 14.7.
um 20 Uhr):
- Marathon
- Erzählchor
- Hackordnung
- Alphabetspiel
- Chorus Line
- Experte
- Dia-Vortrag |
IdeeFix (spielt am Di., 15.7. um 20
Uhr):
- Marathon mit Requisit
- Echo-Erzählchor
- Synchronisation
- Gedicht-Übersetzung
- Chorus-Line
- Gefühlsachterbahn
- Dia-Vortrag
- Zappen |
Die Spontanellen (spielen am Mi.,
16.7. um 20 Uhr):
- Marathon
- Orakel
- CD-Sampler
- Gefühls-Achterbahn
- Das klingt nach einem Lied
- Gedichtübersetzung
- Musik-Replay |
FREISTIL (spielt am Do., 17.7. um
20 Uhr):
- Alphabetspiel
- Zappen
- Drehbuch
- Reigen
- Musik-Replay
- Grand Prix |
Beim Champignon-Abend (Fr., 18.7. um
19:30 Uhr) werden gespielt:
- Maschine
- Erzählchor
- Echo-Erzählchor
- Gefühls-Achterbahn
- Grand Prix
- Armreden-Diskussion
- Alphabetspiel
- Dia-Vortrag
- Zappen
- Das klingt nach einem Lied
- Genre-Replay
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Sonntag,
13. Juli: Regen am ersten Festivaltag
Trotz Dauerregens am Sonntagnachmittag ließen
es sich weder die Spieler von UNGEFILTERT noch
etwa 60 große
und kleine Zuschauer nehmen, das 12. Open Air Theatersport
Festival gebührend zu eröffnen. Nach
einem Warm-Up für Publikum und Spieler trat eine Musikgruppe
aus dem Vatikan auf, um ein Lied zum Besten zu geben. Des weiteren
folgten u.a. ein überdimensionales Marionettentheater, eine
Tupperparty mit Gedicht, Gesang und Ausdruckstanz, und die Vorstellung
des neuen CD-Samplers „Biscuitrolle“ mit Musik von
Gregorianik bis Death-Metall-Rock’n’Roll. Das
Publikum erfuhr in verschiedenen Genres in welchem Zusammenhang
bei Sauwetter das indische Bruttosozialprodukt und die Dresdner
Frauenkirche stehen. Falls das jetzt nach Absurdem Theater klingen
sollte, ja auch das wurde auf Wunsch aus dem Publikum gerne geboten.
Nicht nur zur Freude der akustisch benachteiligten Zuschauer
in den hinteren Reihen wurde eine Szene auch in Gebärdensprache
gedolmetsch. Der Applaus schwoll immer wieder an, der Regen ließ glücklicherweise
nach, der Anfang war gemacht, jetzt heißt’s: the
show can go on...
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Montag,
14. Juli: Hier und Jetzt erstmals im Stadgarten
Der
erste Tag ohne Regen ließ bereits die ersten Massen in den
Stadtgarten strömen: Bei den beiden Auftritten von Hier
und Jetzt I und II kamen bereits je 220-250 Zuschauer und feuerten
die blaue und die orange Mannschaft sehr kräftig an. Hier
und Jetzt I improvisierte eine Maschine zum Thema "Lego" (siehe
linkes Foto), erzählten und spielten
die Geschichte "Der Ameisenhaufen" (mit einem Schwein,
daß von
Ameisen angegriffen wird - im Gästebuch schrieb danach die
begeisterte Theater AG aus Schönau: "Wir wollen das Schwein
wieder sehen!" ), und diskutierte zum Thema "Waffen im
Haushalt - Ja oder Nein" - u.a. mit Wowereit und Schwarzenegger
als Diskussionsteilnehmer.
Hier und Jetzt II zeigte ab 20 Uhr dann die Hackordung auf einem
Fischkutter, die Alphabetszene "Brillenkauf auf dem Basar" und den
Diavortrag "Bei Angela Merkel zu Hause". So erfuhr das
Publikum von den vielen Statuen aus Nicaragua, die in ihrer Wohnung
stehen und daß Helmut Kohl sie immer noch besucht - um ihr zu erklären, daß
er der bessere Kanzler sei und sie nicht wieder kandidieren solle.
Hier gewann zunächst die orange Mannschaft mit 120:109 Punkten. Doch
das Spiel um Alles oder Nichts konnten die Blauen überraschend mit
24:21 für sich entscheiden und siegten am Ende doch noch.
Weitere
Fotos von Hier und Jetzt gibt es Hier!
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Dienstag,
15. Juli: Kuh und Fischbrötchen
Glück mit dem Wetter - trotz ZMF! Auch am Dienstag war es warm,
sonnig und der Stadtgarten dadurch gut besucht: über
250 Zuschauer kamen allein zum Auftritt von IdeeFix. Das Publikum
sah einen Marathon, in dem eine (glücklicherweise frische) Windel
als Requisit in jede Szene eingebaut wurde und als BH (siehe
Bild), als Radhelm, als Schatzkarte, als Gebetsbuch, als Verband,
als Taucherbrille und anderes eingesetzt wurde. Beim Echo-Erzählchor
sang und spielte die Gruppe das Lied "Der Absturz", bei dem Hänsel
und Gretel vom Dach des Hexenhauses stürzten und bei der Szene
"Der Papst auf dem Christopher-Street-Day" wurden die beiden
Spieler (neben dem Papst eine junge Lesbe) von ihren Mitspielern
synchronisiert, die sie nette Lieder singen ließen. Die Höchstpunktzahl
gab es dann bei der Gefühlsachterbahn mit einer Kuh und einem
Fischbrötchen (das erst depressiv war, weil es nicht gegessen
wird, dann aggressiv, als es merkt, daß es von einer Kuh gefressen
wird und am Ende verliebt als es spürt wie zärtlich die riesige
Zunge der Kuh ist: "Käu mich wieder!"). Der Diavortrag handelte
von einer "Party unterm Sofa" (siehe Foto rechts), bei der es
Sex und Drogen gab. Insgesamt das spannendste Match des Festivals
bisher: Nachdem die blaue Mannschaft zunächst mit 39:36 vorne
lag, gab es nach der Papstszene die Wende und die grüne Mannschaft
konnte ihre Führung bis auf 98:93 ausbauen. Doch nach der sechsten
Disziplin stand es plötzlich 118:116 für Blau (das Fischbrötchen
hatte die Wende gebracht). Die Blauen siegten zunächst mit 141:138,
nahmen dann aber die Herausforderung zum Spiel um "Alles oder
nichts" an, wo sie beim Zappen knapp mit 20:22 Punkten unterlagen
und somit den Sieg verschenkten.
Mehr Fotos von IdeeFix: Hier

Bereits um 18 Uhr hatten die Spielzeugen ihren
allerersten (!) Auftritt. Ihr Trainer, Konrad Anton war zufrieden
und schrieb dazu:
"Die Spielzeugen starteten in ihren ersten Auftritt überhaupt
mit einem Fragespiel. Und hätte er nicht gelegentlich Aussagesätze
benutzt, vielleicht wäre "der alte Paulus" tatsächlich
zu seinem Kaffee gekommen. Im Zappen führte der Weg vom Eiffel-Sprung-Turm
auf die Müllkippe direkt über den Mond, mit freundlicher
Unterstützung eines Herstellers von Energieumwandlern, die Fußballspiele
in elektrischen Strom umwandeln. Nach drei tragischen Todesfällen
an der Lidl-Kasse bei den Stimmen aus dem Jenseits forderte der Moderator
die gesamte Spontaneität der Spieler, als es an die "Neue Wahl" mit
erstem Satz "die Schnecke ist zertreten" ging (Tipp: sagen Sie einer
Frau niemals, sie gehe "wie ein Panzer"!). Im darauf folgenden Spiel
führte der Stau auf der Straße zum Flughafen Tegel eine
Taxifahrerin samt Fahrgast auf eine Gefühlsachterbahn mit Happy
End. Im Reigen nahmen die sechs Spielerinnen und Spieler die Vorgabe
einer "Oma, die einen Bauernhof hat und Kreuzworträtsel
löst" zum Anlass, das gewonnene Geld am Strand von New York
zu verpulvern. Im Synchro-Replay wurde aus dem Fahrrad mit kaputten
Lenker (das nach Aussage eines jungen Spielers der unnützeste
Gegenstand in seinem Keller war) im zweiten Durchgang durch unvoreingenommene
Zweitstimmen ein vielseitiger Benzinrasenmäher. Danach gaben
die Spielzeugen noch einmal eine Zusammenfassung der Show im Schnelldurchlauf,
was ja an sich schon als Zugabe gedacht war, aber weil das Publikums
immer noch nicht genug hatte, legten sie als zweite Zugabe noch einen
Marathon drauf, in der Variante mit durch einen freundlichen Puppenspieler
aus dem Publikum vorgegebener Körperhaltung. Und dann war er
vorbei, der gelungene erste Auftritt."
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Mittwoch,
16. Juli: Gute Stimmung trotz Regenguß
Der
Fluch des ZMF-Wetters hat wieder zugeschlagen: Wie schon am Sonntag
gab es heftige Regengüsse, allerdings z.T. perfekt getimt,
denn der erste (und heftigste) Guß begann genau mit dem
letzten Ton des Abschiedsliedes von Unverblümt (die
deshalb gerade noch die Spenden-Gelder sammeln konnten) und endete
10 Minuten vor Beginn des Auftritts der Spontanellen.
So füllte sich der
Stadtgarten noch rechtzeitig und ca. 220 Zuschauer sahen den
letzten Auftritt der Gruppe mit ihrem Trainer und Moderator
Christian M. Schulz, da sich die Spontanellen nach ihrer dreijährigen
Ausbildung bei Schulz im Herbst selbständig machen werden.
Und als es ca. 30 Minuten nach Auftrittsbeginn wieder zu regnen
begann, wurden das Publikum einfach unter das Dach des Pavillons
geholt. So wurde es zwar sehr eng aber auch sehr gemütlich,
manche Zuschauer saßen beinahe auf dem Schoß der
Spieler und genossen sichtlich die Chance, ihren Idolen so nah
sein zu können. Außerdem inspirierte
die Nähe auch die Spieler, die bei der Premiere des CD-Samplers
zur Höchstform aufliefen (fetzig: Angelika Pankow) und dann
eine spannende Gefühls-Achterbahn mit einem Mörder
(ausdrucksstark: Arne Busch) und seinem Opfer (leidenschaftlich:
Ulrike Brechter)
zeigten.
Rechtzeitig zur längeren Geschichte "Wo sind meine
Socken"
(Das klingt nach einem Lied) konnten die Zuschauer auf ihre regulären
Plätze zurückkehren und die Bühne der spannenden
Geschichte um ein zerstrittenes Ehepaar (dramatisch: Ralf Fees
und Inka Heile)
überlassen, denn der Regen dauerte nur knapp 25 Minuten.
Toll: fast alle Zuschauer ließen sich von den regenbedingten
Umzügen
nicht abschrecken und blieben bis zum Ende der Aufführung.
So kamen sie auch noch in den Genuß des Musik-Replays,
bei der die Szene "Termiten im Sägewerk" als Rap
und als Obertongesang wiederholt wurde (mit Inga Menke, Klaus
Rudolph und Frank Hofmann als aggressiven Termiten). Durch die
gute und kreative Begleitung des Keyboarders Andreas Bohl gelangen
der Gruppe in den drei musikalischen Disziplinen gute und eingängige
Lieder. Bohl hat sich bis zum Ende des Festivals
übrigens einen Improtheater-Ehrenpokal verdient, weil er
außer
bei den Spontanellen und bei Impro con Carne, seinen beiden regulären
Gruppen, auch noch als Gastmusiker bei Unverblümt und bei
UNGEFILTERT spielte und am Freitag auch beim Champignon Musik
machen wird.
Hoffentlich lassen sich die Zuschauer am Freitag (und Donnerstag)
nicht von möglichen Regengüssen abhalten, in den Stadtgarten
zu kommen: Allein die improvisierte Musik von Bohl (und seinem
Musiker-Kollegen Karsten Kramer von FREISTIL) lohnt den Besuch
der Auftritte.
Mehr Fotos von den Spontanellen gibt es: Hier
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Donnerstag,
17. Juli :
Ka-Jo wird aufgerissen - Der große Graben
Jemand hat wieder seine
schützende Hand über das Festival gehalten. Nachdem es den ganzen
Tag immer wieder geregnet hatte, gab es eine Regenpause, die um
17:30 begann, d.h. kurz vorm Auftritt von Impro
con Carne, und
erst um 21:50 endete (kurz nach dem Ende des FREISTIL-Auftritts).
So kamen viele Zuschauer (allein bei FREISTIL waren es ca. 280),
blieben trocken - und waren begeistert. Mit nur vier Schauspielern
(und einem hervorragenden Musiker: Am Keyboard - frisch vom ZMF
gekommen: Karsten Kramer) zündete FREISTIL ein
Feuerwerk des Improtheaters mit Tempo, Witz, Liedern, Spannung und
viel Spontaneität. Es begann mit dem ABC-Spiel "Bei der Beichte"
bei dem Xenia (Nicole Djandji) beim Pfarrer (Christian M. Schulz)
schon wieder einen kleptomanischen Anfall beichtet, dieser sie
auf den Weg Gottes lenken will - und später in sein Bett (was
ihm nicht gelingt). Dann gab es ein Zappen mit den vier Orten
"Müllkippe" (herrlich: Achim Freund als Ratte), "Tiefgarage" (Djandji
als Gangsterin in einem Kampf mit einer anderen Gang), "Im Watt" (Schulz
als Teilnehmer einer biologischen Exkursion - die Zuschauer als
Watt-Krabben) und "Im Baumhaus" (Christoph Hüllstrung als Vater,
der seine drei Kinder mit Gewalt vom Baum holt). Das anschließende
Drehbuch "Der große
Graben" (Autor: Schulz) handelte von Anton (Freund), einem Wahnsinnigen,
der aus der Psychiatrie entkommt und mit einem riesigen Bagger
die Fußgängerzone Freiburgs aufreisst. Die Krankenschwester Petra
(Djandji) versucht, ihn mit Hilfe des schönen aber dummen Polizisten
Thomas (Hüllstrung) zu stoppen, wobei die beiden aber beinahe totgefahren
werden - und sich Thomas in Petra verliebt, die ihm das Leben rettet.
Viele ahnungslose Passanten (acht Zuschauer) fallen laut schreiend
in den tiefen Graben. Schließlich beschließen Petra und Thomas
den Graben mit Rheinwasser zu fluten. Anton kommt in der Flutwelle
(Djandji und Hüllstrung) um und am Ende rudern Petra und Thomas
in einer Gondel über den so entstandenen Kanal, der vor allem italienische
Touristen anlockt. Beim Grand Prix sang eine Gruppe
aus China ein Lied über die Vorbereitungen auf die Olympiade mit
dem Refrain: "Tschen-Do Olympia, Olympia Tschen-Do". Und
der Reigen begann
"In der Nase" - es war die Nase der Freiheitsstatue in New York,
wo der Terrorist Robert (Schulz) eine
Bombe legt, die aber nicht zündet. Seine Chefin (Djandji) ist sauer,
genau wie der Auftraggeber Bin Laden (Freund). Ein Undercover-Agent
(Hüllstrung), getarnt als syrischer Terrorhelfer, bietet an, beim
Bombenbau zu helfen. Doch die Bombe wird von ihm sabotiert. Robert
enttarnt ihn und entdeckt, daß es sein eigener verkleideter Bruder
Johannes ist. Beim Kampf der beiden fliegt die Bombe ins Meer,
wo durch die Explosion die Fische (die Zuschauer) alle sterben.
Robert und seine Chefin beschließen, die Fische einzusammeln und als
Lebensmittelspende nach China zu schicken um die Beziehungen zu
diesem Land zu verbessern. Die weiße Mannschaft führte am Ende
knapp mit 111:108,
doch das Spiel um Alles oder Nichts gewann die rote Mannschaft
mit 24:20. Das Publikum hatte sich die Szene "Die überflutete Toilette"
gewünscht (kein Impro-Auftritt ohne Kloszene!) und diese Szene
wurde als mittelalterliche Weise und als Oper wiederholt mit einem
gut aufgelegtem Schulz als Klobenutzer der durch die Spültaste
eine gigantische Überschwemmung auslöst, Djandji, seine
Frau, die bei der Überflutung genauso umkommt wie der Putzmann
(Hüllstrung), der es nicht schafft den Haupthahn abzustellen.
Trotz der eher kühlen Witterung blieben die begeisterten Zuschauer
bis zum Ende - und waren enttäuscht, als es keine Zugabe gab (da
alle Aufführungen nur bis 22 Uhr gehen dürfen). Insgesamt
ein runder Abend mit hervorragenden Schauspielern,
denen man den Spaß am Spiel in jeder Sekunde anmerkte.
Mehr
Fotos von der Aufführung gibt es Hier.
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Freitag,
18. Juli: Champignon
Bei gutem Wetter erlebten über 400 Zuschauer den Abschluß und Höhepunkt
des Open Air Festivals, den Champignon, bei dem der beste
Spieler des
Abends gesucht wird. Dieses Format wird nur einmal jährlich in
Freiburg gespielt. Zwölf Spieler/innen aus neun verschiedenen
Theatersport-Gruppen gingen an den Start und spielten in fünf Runden
zum ersten Mal miteinander - also ein einmaliges Ereignis. Als
Musiker war der unermüdliche Andreas Bohl (von den Spontanellen)
dabei, der damit einen Rekord aufgestellt hat, denn als erster
Musiker spielte er gleich bei
fünf Auftritten des Festivals! Als Spieler/innen
traten an: Achim (FREISTIL), Arne (IdeeFix), Bianca (Impro con
Carne), Britta (IdeeFix), Christoph (Impro con Carne), Ellen (Buchstabido),
Inka (Spontanellen), Norman (UNGEFILTERT), Philipp (Hier und Jetzt),
Silke (Hier und Jetzt), Ulrike (Spielzeugen) und Wolfgang (Unverblümt).
Die Moderation übernahm Schulz (FREISTIL), der gewohnt souverän
und unterhaltsam durch den Abend leitete und sich besonders
bei Inka bedankte, die spontan für eine erkrankte Kollegin
eingesprungen war und erst zwei Stunden vor Auftrittsbeginn erfuhr,
daß sie
beim Champignon auftreten sollte! Das Publikum bekam
eine Maschine zum Thema "Ohrstäbchen" zu sehen, die Geschichte
"Der sibirische Grenzverkehr" als Erzählchor, die Synchronisations-Szene
"Der Überfall im Kaufhof"
und die Gefühls-Achterbahn zwischen einem "Totengräber" und einer
"Scheintoten". Beim Grand Prix gab es eine Gruppe aus
"Togo" und beim Zappen gab es u.a. die herrliche Szene,
wie im "Kreißsaal" ein Mann (Norman) ein Kind (Achim) zur Welt
brachte (siehe Foto rechts). In der vierten Runde wünschte sich
das sehr kreative Publikum die ABC-Szene "Im Kosmetiksalon", das
gemeinsame Lied "Ich hab mich beim Rasieren geschnitten" und
den Diavortrag "Yoga für Kühe", bei dem es Philipp als
Ochse auf dem Dia gelang, minutenlang unbeweglich im Kopfstand
zu bleiben! In die fünfte und letzte Runde schafften es dann nur
sechs Spieler, nämlich Bianca, Britta, Norman, Philipp, Silke
und Wolfgang - und damit zwei Spieler, die erst seit einem Jahr
Improtheater machen! Die anderen hatten alle weniger als 80 Punkte
erreicht und mußten deshalb ausscheiden - was von vielen Zuschauern laut
bedauert wurde. In der letzten Runde gab es dann beim die Geschichte
"Der wütende Piranha" mit Britta als Piranha (Das klingt nach einem
Lied), und
die Szene "Der Erbsenzähler" wurde als Western und als Ballett
wiederholt (wobei die drei Spieler das neue Genre "Operetten-Ballett"
erfanden, denn sie sangen bei ihren schwierigen Tanzschritten auch
noch). Am
Ende lag Norman knapp mit 107 vorne und wurde von den anderen Spieler/innen
und dem Publikum als Champignon 2008 gefeiert. Vize-Champignon
mit 106 Punkten wurde Britta. Ein toller Abschluß des Festivals,
der allen viel Spaß gemacht hat. Der einzige Wermutstropfen war
das eher knauserige Publikum das - bis auf wenige rühmliche
Ausnahmen - mit den freiwilligen Spenden sehr geizte. Da sich das
Festival allein aus dem Hutgeld finanziert und die Kosten gestiegen
sind, bleibt so für die
Akteure nicht viel übrig. Schade, daß den Zuschauern zwei Stunden
gute Unterhaltung so wenig wert ist. Aber vor allem schade, daß
es bis zum nächsten Open Air Festival noch ein ganzes Jahr dauert...
Mehr Fotos von der Aufführung: Hier
Eigene Fotos bitte mailen an: christianschulz@freistil-theater.de
Schulz trinkt doch!
Nach den Auftritten ließen die meisten Gruppen den Abend noch
in der Pizzeria Firenze am Siegesdenkmal ausklingen. Schulz,
der von Montag bis Freitag dort mit fünf verschiedenen
Gruppen seinen üblichen Salat aß,
wurde vom Kellner schon begrüßt mit "Ach so,
Sie nehmen ja wieder nichts zu trinken." Doch zum Erstaunen
des Kellners und vor allem seiner Kursteilnehmer/innen bestellte
Schulz an diesem Abend nicht nur ein Putensteak mit Pommes zu
seinem Salat
(er
sei wegen dem Streß des Festivals nicht zum Mittagessen
gekommen), sondern auch eine Apfelsaft-Schorle(!). Einem Spieler
gelang es sogar, ein Beweisfoto zu schießen, obwohl Schulz
das zu verhindern suchte (siehe Bild rechts). Somit kann inzwischen
nachgewiesen werden, daß Schulz, der sonst in Kneipen
nie ein Getränk
bestellt aber zur Tarnung gerne mit fremden Gläsern (oder
Vasen!) anstößt
und das mit einer Mischung aus Sparsamkeit und Gesundheit begründet
(er
wolle nicht seine Magensäfte beim Essen verdünnen!),
tatsächlich
etwas trinkt. Alle
die dem Ereignis beiwohnen durften, berichteten später
aufgeregt in ihren Gruppen von diesem historischen Erlebnis.
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Montag, 21.
Juli: Verliebte Zuschauer
Improspieler/innen sind attraktiv! Nicht nur daß ein Zuschauer beim
FREISTIL-Auftritt laut schrie: "Nicole, ich will ein Kind von dir!"
(und damit die Schauspielerin von FREISTIL - die bereits in festen
Händen ist - kurz zum Erröten brachte). Nein, am Montag meldete
sich ein anderer männlicher Zuschauer beim Organisator des Festivals
und wollte die Telefonnummer einer Spielerin der "Spielzeugen",
in die er sich verliebt habe. Schulz, der diese Gruppe nicht trainiert,
gab ihm daraufhin die Nummer des Leiters der Gruppe (einem ehemaligen
Kursteilnehmer von ihm) und ist gespannt ob dieser die Nummer der
Frau weiter gegeben hat und falls ja - ob aus dieser Romanze etwas
werden wird. Er hofft, daß er entsprechende Nachrichten bekommen
wird, die er dann natürlich auf dieser Homepage veröffentlichen
wird.
Mittwoch, 30. Juli: Lob
aus Osnabrück
Heute bekam der Organisator des Festivals eine nette
Mail aus Osnabrück (!), von einer Frau, die bei fast allen Aufführungen
war und sich jetzt bei Schulz und den Spielern dafür
bedanken wollte. Sie schreibt: "Ich bin schon seit vielen Jahren
improsüchtig.
Angefixt haben mich die phänomenalen Gorillas die 2001
im Ratibortheater in Berlin spielten. (...) Ich habe für die
gesamte Festivaldauer in Freiburg Station gemacht. Ich war bei fast
allen Matches und hatte einfach Spaß. Das bedeutet mir viel,
denn ich habe grade mein Leben 'aufgeräumt', mit anstrengenden
aber wichtigen Trennungen von Leuten die mir schaden, unter anderem
meine Familie. Also viel Schweres in den vergangenen Monaten. Das
Festival hat den leeren Freude-Speicher (Spaß=Luxus)
gründlich aufgefüllt und dafür möchte ich Ihnen
als Organisator und allen Mitspielern danken. Ganz großes
Kino, wirklich! Hier gibt es leider keine Kurse in Ihrem Sinne.
(...) Grüße aus dem Norden wo man die Spieler missbilligend mit
nassen Schwämmen
bewirft oder sie auf Rosen bettet."
Schulz freut sich, daß Improtheater in diesem Fall sogar zu einer
Verbesserung der Lebensqualität nach einer Krisenzeit geführt hat
und überlegt, ob er nicht mit den Krankenkassen verhandeln soll,
ob sie im nächsten Jahr die Fahrtkosten für weitere Norddeutsche
übernimmt, da das billiger (und lustiger) wäre als
Beratungsgespräche und Familientherapie.
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