Open Air Festival Tagebuch 2009
 

Open Air Theatersport Festival 09Hier sind Infos, Eindrücke, Anekdoten und Bilder vom Theatersport-Festival 2009 im Stadtgarten.

Eigene Beiträge, Kommentare und Fotos für diese Seite bitte senden an christianschulz@freistil-theater.de

Mehr Fotos vom Festival 09: Hier

Freitag, 3. Juli

Sonntag, 12. Juli
Montag, 13. Juli
Dienstag, 14. Juli
Mittwoch, 15. Juli
Donnerstag, 16. Juli
Freitag, 17. Juli

Samstag, 18. Juli

Freitag, 3. Juli: Die Vorfreude steigt
Einige Festival-Gruppen haben bereits das Programm für ihren Auftritt festgelegt. Die Zuschauer dürfen sich schon jetzt auf folgende Theatersport-Disziplinen freuen:

Die Improleten I
spielen am Mo., 13.7. um 18 Uhr:
- Chor/ Dirigent
- Maschine
- Marathon
- Erzählchor
- Hackordnung
- Dia-Vortrag
- Armreden-Diskussion
Die Improleten II
spielen am Mo., 13.7. um 20 Uhr:
- Maschine
- Marathon
- Erzählchor
- Experte
- Alphabetspiel
- Dia-Vortrag
- Armreden-Diskussion
Hier und Jetzt
spielt am Di., 14.7. um 20 Uhr:
- Marathon mit Requisit
- Gedicht-Übersetzung
- Dia-Vortrag
- Synchronisation
- Gefühls-Casting
- Orakel
- Grand Prix
- Zappen
IdeeFix
spielt am Mi., 15.7. um 20 Uhr:
- Marathon mit Requisit
- Dia-Vortrag
- Reigen
- Neue Wahl
- Genre Replay
- Zappen
- Armreden-Diskussion
FREISTIL
spielt am Do., 16.7. um 20 Uhr:
- Gedicht-Übersetzung
- Boulevard Broadway
- Reimen
- Drehbuch
- Zappen
- Musik-Replay

Beim Champignon-Abend
Fr., 17.7. um 19:30 Uhr werden gespielt:
- Maschine
- Erzählchor
- Armreden-Diskussion
- Synchronisation
- Grand Prix
- Gefühls-Achterbahn
- Alphabetspiel
- Dia-Vortrag
- Zappen
- Das klingt nach einem Lied
- Genre-Replay
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Sonntag, 12. Juli: Viele Zuschauer trotz Regen beim Festival-Start

Spontanellen Open Air Festival 09Leider überschneidet sich das Theatersport Festival um einen Tag mit dem ZMF. Also regnete es am letzten Tag des letzteren und ersten Tag des ersteren Festivals. Betroffen waren die beiden Gruppen "Die Spontanellen" um 18 Uhr und "Die Spielzeugen" um 20 Uhr. Doch in beiden Fällen kamen trotz einiger Schauer jeweils 60-100 Fans und feuerten (z.T. unter dem Dach des Pavillons sitzend), die beiden Teams an.

Die Spontanellen (Foto links - aus der BZ vom 14.7.) schrieben hinterher: "Unser Auftritt lief gut, tolles Publikum, etwas Regen." Die Badische Zeitung schrieb über den Auftritt der Gruppe: "Binnen weniger Minuten verwandelt sich eine Fahrradpumpe auf der Bühne des Musikpavillons in eine Riesenspritze, dann in eine Rakete und ein Fernglas, schließlich dient sie als Messgerät der ASU Mensch, das die humanen Abgaswerte berechnet. Aus dem Improstück mit dem Titel "im Beichtstuhl" [wird] in der Heavy Metal-Version schnell eine Blutorgie, bei der Pfarrer und Sünder Teufelszeichen machen und zu harter Rockmusik ihre Köpfe schütteln. Aus den Vorschlägen "Schweine im Weltall" und "Abgrund der Leidenschaft" wird "Schweine aus Leidenschaft". Ein mürrischer Schweinezüchter wird von seiner Sau dazu überredet, fortan vegan zu leben." (Den gesamten Artikel lesen: Hier)
Weitere Fotos vom Spontanellen-Auftritt: Hier

Die Spielzeugen nahmen zu ihrem zweiten Stadtgartenauftritt ihren nagelneuen Gitarristen mit. Sie schrieben hinterher: "Zuerst scheuchten Publikum und Conférencier die Spielerinnen und den Spieler durch ein ABC-Spiel (mit Rauswurf) über das Waschen von Seife und ein Fragespiel hoch über den Dächern. Es folgte ein Ausflug in die Politik, bei der Kanzlerin und Vizekanzler bei ihrer Pressekonferenz so manches Gefühl durchmachten.

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Im Zwei-Räume-Spiel zwischen einer Multifunktionsküche und dem Schlafzimmer sahen die Zuschauer ganz unerwartete Seiten einer WG-Bewohnerin mit Hang zum Einwickeln. Im Reigen ging es dann ins Stahlkocher-Milieu: Stahlkocher Lenny Ravinski musste sich zwischen einer russischen Kupferkocherin und der Putzfrau entscheiden, doch seine Mutter schmiedete ebenfalls Pläne für ihn. Was dagegen passiert, wenn Astronautinnen nach dem Flug nicht genau untersucht werden, musste die Technikcrew im Steht-Sitzt-Liegt-Spiel erfahren. Johannes, der neue Gitarrist, hatte bis dahin noch nicht viel zu tun, aber als "Das klingt mit einem Lied" im IKEA um 22 Uhr anfing, legten sich Mutter und Tochter und die Frau, die Mütter versteigert, mächtig ins Zeug, um sich am Schluss doch auf eine Wandfarbe zu einigen. Bei der Synchro-Wiederholung mutierte dann eine Gefängnisszene mit einem Feuerzeug in der Form einer Wurst zu einer nicht qualifizierten Schönheitsoperation. Auch das Zappen fing mit einem Schönheitsthema im Tattoo-Laden an. Danach zappten die Zeugen zu einem heilkräftigen Regenschirm und einem Backstage-Bereich und dem Eiffelturm, wo, (vielleicht hatte es die Knoblauchzahnseide ermöglicht) der Sturz folgenlos blieb. Warum Tante Käthe nachts Kartoffeln schält, das wurde im Neue-Wahl-Spiel beantwortet. Und die Dreierszene über zwei Schmugglerinnen, die mit rumänischer Hundezahnseide erwischt wurden, Spielzeugen Open Air Festival 09wurde mit zwei und dann mit einer Spielerin in allen drei Rollen wiederholt. Zeit für die Spielzeugen, nochmal in einem Best-Of-Marathon die Szenen Revue passieren zu lassen. Doch dann ergab eine Abstimmung im Publikum, dass die Zuschauer immer noch nicht genug hatten, und so endete die Show mit einem 'Sags mit einem Lied' über die Frau des BMW-Fahrers, die sich zwischen BMW und Bagger, Whisky und Bier, Anzug und Blaumann entscheiden musste." Fotos der Spielzeugen: Hier

Montag, 13. Juli: Premiere: Erstmals Improleten im Stadtgarten

Improleten Stadtgarten 09Da das ZMF am Sonntag zu Ende gegangen ist, gab es am Montag keinen Regen mehr. An diesem Tag spielte die neueste Freiburger Theatersport-Gruppe Die Improleten zum ersten Mal im Stadtgarten. Da die Gruppe derzeit aus über 20 Mitgliedern besteht, spielte die erste Hälfte vor 130 Zuschauern um 18 Uhr, die zweite Hälfte dann vor 250 Zuschauern um 20 Uhr. Das Publikum wünschte sich Maschinen zum Thema "Seifenblasen" und "Quietsche-Entchen" und sah einen Marathon, der mit dem Satz "Von wem bist du schwanger?" begann. Die Improleten erzählten die Geschichte "Bauer sucht Frau" sowie "Die Leberwurst im Katzenklo" und zeigten die Dia-Vorträge "Die Klassenfahrt" und "Moderatoren-Mord im Stadtgarten". Dabei spielte Christian M. Schulz, der Trainer der Improleten, der beide Auftritte moderierte, überraschend selber (und sehr überzeugend!) einen fiesen und sadistischen Moderator, der seine Impro-Spieler quält, so daß diese ihn gemeinsam umbringen (siehe Foto) und im Sandkasten des Spielplatzes verscharren.

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Eine Expertin (beeindruckend: Katharina Mohr) erklärte ihre Erfindung einer kaffekochenden Unterhose und demonstrierte das an zwei Models. Und am Ende gab es jeweils eine Armreden-Diskussion zum Thema "Haben Pflastersteine Gefühle?" bzw. "Der WG-Putzplan". Dabei kam es zu einer netten Situationskomik: Eine der Spielerinnen (selber schon über 65 Jahre) begrüßte das Publikum irrtümlich zu der Diskussion "Sex im Altersheim" und mußte erst darauf hingewiesen werden, daß sie das Thema verwechselt hatte.
Improleten Stadtgarten 09Das Publikum war bei beiden Auftritten sehr begeistert und schrieb ins Gästebuch: "Ah - Lachmuskelkrampf! Danke für den Spaß!" Eine Spielerin der Improleten hatte übrigens einen privaten Fanclub im Publikum, der ein großes Schild dabei hatten, auf dem "Angie, mach dich für uns zum Affen" stand - was diese auch prompt und mit Begeisterung tat. Mehr Fotos der Improleten II: Hier
Mehr Fotos der Improleten I: Hier

Dienstag, 14. Juli: Hier und Jetzt-Orakel offenbart Ergebnis der nächsten Bundestagswahl!

Beim Auftritt von Hier und Jetzt gab es mit 300 Zuschauern bereits den ersten Publikumsrekord. Die 10 SpielerInnen und ihr sympathischer Keyboarder Johannes begeisterten ihr Publikum fast zwei Stunden lang. Beim Marathon wurde eine Kinder-Schnabeltasse umgewandelt in den heiligen Gral, in ein Küken, einen Diamanten, eine Handgranate, eine Krone und ein Affenbaby. Es gab eine Dichterin aus Finnland, die ein Gedicht in ihrer Heimatsprache vortrug, in dem es um die Liebe eines verheirateten Mannes zu einer Frau in der Sauna ging. Und beim Dia-Vortrag sahen die Zuschauer bisher unveröffentlichte Bilder von Michael Jackson Hier und Jetzt 09(z.B. wie der "Griff in den Schritt" bei einer Probe des Moonwalks entstand, wo es den Künstler beim Tanzen am Hoden juckte). Hier und Jetzt spielte die Synchro-Szene "Zwei Schwaben mit einer Geiß in der Wüste", bei der sich herausstellte, daß einer der beiden Schwaben ein getarnter Norddeutscher ist, worauf der andere versucht, ihn zu ermorden und nur durch die Geiß davon abgehalten werden kann. Und es gab eine Gruppe aus Japan, die beim Grand Prix ein Lied über die Liebe eines Sumoringers zu einer Geisha sang. Einer der Höhepunkte war das Gefühls-Casting, bei dem drei Schauspieler vorsprachen und den Text "Den letzten beißen die Hunde" in den Gefühlszuständen "Beschwipst", "Traurig", "Wollust", "Hass", "Eifersucht" und "Erleichtert" spielten. Die strenge Casterin entschied sich am Ende für den militärisch-zackigen Herrn Turn und Taxis - offensichtlich aber nur, weil sie seine wollüstige Interpretation des Textes angeturnt hatte und sie sich ein sexuelles Abenteuer mit ihm versprach!
Das Publikum nutzte dann die Chance das Orakel - alle 10 Spieler/innen, die gleichzeitig (!) sprechen - zu befragen, um Antworten zu bekommen auf die Fragen "Wann wird er mich küssen?", "Wer gewinnt die nächste Bundestagswahl" (Antwort: Angela Merkels Mann!) oder "Wie wird meine Klausur in Erziehungswissenschaften?". Als ein Zuschauer wissen wollte, was das große Geheimnis des Moderators sei, antwortete das Orakel: "Er hat eine Affäre" - was den Moderator und Trainer der Gruppe, Christian M. Schulz, in große Verlegenheit brachte.

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Er versuchte, Hier und Jetzt 09die Videoaufnahme der Aufführung an dieser Stelle zu unterbrechen und wollte vorher das Orakel an der Antwort hindern, was ihm aber nicht gelang.
Das Match der blauen gegen die orange Mannschaft war das spannendste Theatersport-Match des bisherigen Festivals: Mehrfach wechselte die Führung und am Ende lag die blaue Mannschaft nur knapp mit 1 Punkt vorne (154:153). Doch die orange Mannschaft forderte die Blauen zu einem Spiel um "Alles oder Nichts" heraus, gewann das Zappen (mit den vier Orten "Vorratskeller/ Whirlpool/ Baumhaus/ Im Gehörgang") knapp mit 25:23 und gewann so doch noch das Match.
Weitere Fotos: Hier

BZ-Artikel über das Festival
BZ Bericht Spontanellen 09Heute erschien in der Badischen Zeitung ein längerer Artikel über das Festival im Stadtgarten mit der Überschrift: "Vegane Schweinezüchter und hasserfüllte Hunde".
Den gesamten Artikel lesen kann man: Hier
Leider existiert der "Film der Premiere" bisher nicht, der am Ende des Artikels angekündigt wird und der angeblich auf der BZ-Homepage sein soll. Dort findet sich nur ein Link auf das Video über das txt-Festival, das aber mit dem Theatersport-Festival nichts zu tun hat!
Die Online-Version des Artikels gibt es bei der BZ selber: Hier

Mittwoch, 15. Juli: Improspielerinnen ziehen Zuschauer aus!

IdeeFix 09Vielleicht liegt es daran, daß bei der Gruppe IdeeFix fast nur Frauen spielen (von den 9 Mitgliedern der Gruppe sind nur zwei Männer): Jedenfalls nutzten zwei der Spielerinnen in der Szene "Jugend-Gang auf dem Augustinerplatz" am Mittwoch abend ihre Rollen als jugendliche Prolls aus. Sie überfielen einen der Zuschauer in der 2. Reihe, setzten sich auf seinen Schoß, um ihn abzulenken und klauten ihm dabei die Armbanduhr. Dann fuhren sie fort, ihn mit eindeutigen weiblichen Reizen zu verwirren und nahmen ihm dabei erst die Brille weg, dann die Schuhe und schließlich das T-Shirt, bis er quasi nackt im Publikum saß (siehe Foto). Das ganze wurde vom Moderator auch noch gefördert, der bei diesem Spiel ("Neue Wahl") als Side-Coach immer wieder neue - noch mutigere oder wildere - Angebote der Spielerinnen (und später auch des Zuschauers!) forderte. IdeeFix 09Die Frauen waren dabei so schnell, daß die - ebenfalls weibliche - Fotografin vor Aufregung zuerst nur ein völlig schiefes Bild aufnehmen konnte.
Das Publikum war begeistert von der Dreistheit der Frauen und gab beiden Spielerinnen (und auch dem überraschten Gast!) jeweils die Höchstpunktzahl von 25 Punkten.

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Vorher hatte IdeeFix beim Marathon eine Jonglierkeule aus dem Publikum verwandelt in einen Dildo (!), ein Fernglas, eine Banane, ein Mikrofon, eine Klobürste und einen Hundeknochen. Sie zeigten den Diavortrag "Silvester im Vatikan" und spielten einen Reigen in dem es um die Affäre einer Sekratärin mit dem Mann ihrer (strengen) Chefin ging. Nach der Zuschauerattacke (bei der sich hinterher herausstellte, daß das "Opfer" zufälligerweise ein Improspieler aus der Gruppe "Hier und Jetzt" war, der deshalb so mutig und bereitwillig mitgespielt hatte) gab es noch die Szene "Im Waschsalon", die als Oper und Science Fiction wiederholt wurde, sowie das Zappen an den vier Orten "Im Ruderboot/ Hinterm Horizont/ In der Drachenburg/ In der Pizzeria". Der Abend endete mit der Armreden-Diskussion zum Thema "Abwrack-Prämie für Ehepartner?" (nachdem keiner für den Vorschlag "Abtreibung: Ja oder Nein?" gestimmt hatte, der von einer Zuschauerin kam, IdeeFix 09die mit Baby in der ersten Reihe saß...).
Christian M. Schulz, der Moderator und Trainer der Gruppe, kündigte an, daß sich IdeeFix nach drei Jahren Ausbildung bei ihm jetzt selbständig machen wird. Er betonte hinterher, daß er keine Gruppe länger als drei Jahre trainieren könne und daß diese Entscheidung nichts mit dem Überfall der Spielerinnen auf den Zuschauer zu tun habe. Mehr Fotos der Aufführung: Hier

Fotos von allen Auftritten
Fotos aller Auftritte gibt es inzwischen auf der Fotoseite. Dank fleissiger Fotografen gibt es je 10-20 Bilder von den Spontanellen, den Spielzeugen, den Improleten I, den Improleten II, Hier und Jetzt, FREISTIL, Impro con Carne, IdeeFix und dem Champignon-Abend. Besonders fleissig war dabei Manuela Weinschenk von Hier und Jetzt, die Bilder von sechs Auftritten beigesteuert hat - und dabei z.T. mit drei Kameras gleichzeitig fotografierte! Zur Belohnung durfte sie beim Auftritt ihrer eigenen Gruppe Michael Jackson darstellen (siehe oben) und wurde dabei von den "Fans" angehimmelt. Die ganze Fotoübersicht gibt es: Hier

Donnerstag, 16. Juli: Der Schatten im Nix - 450 Zuschauer als Fische

Etwa 450 begeisterte Zuschauer drängten sich am Donnerstag auf den Plätzen im Musikpavillon und erlebten einen Theatersport-Abend voller Spielfreude, Musikalität und Schauspielkunst. FREISTIL hatte einen seiner besten Abende und erschuf lauter kleine und große improvisierte Juwelen. FREISTIL Stadtgarten 09Einer der vielen Höhepunkt der Aufführung war das Drehbuch "Der Schatten im Nix" (Autor: Christian M. Schulz) in dem es um einen Mann geht, dessen Frau bei einer OP stirbt. Die tote Anna (Simone Ott) findet sich im Nix wieder, wo sie nichts hört, nichts sieht und nichts fühlt. Doch am Grab trifft Martin (Achim Freund), ihr trauernder Mann, auf ein merkwürdiges Männlein (Christoph Hüllstrung), der ihm den Weg zu einem seltsamen Tor (Nicole Djandji) weist, das er durchschreiten kann, indem er die Augen schließt und an die Liebe zu seiner Frau denkt. Martin trifft auf einen See voller Fische (die Zuschauer - siehe Foto) die ihm aber erst nichts sagen wollen, aus Angst vor der bösen Nixe (Djandji), die im Nix herrscht. Als die Nixe Martin im See erwischt, verwandelt sie ihn ebenfalls in einen Fisch und tanzt mit allen anderen Fischen den Nixentanz. Doch plötzlich taucht der Schatten des Männleins im Nix auf. Die böse Nixe versucht ihn anzugreifen und trampelt auf ihm herum, kann ihm aber nichts anhaben, weil es ja nur ein Schatten ist. So trampelt sie sich schließlich selber zu Tode und bricht leblos zusammen. Martin verwandelt sich zurück in einen Menschen - und mit ihm alle anderen Fische, die ebenfalls verwandelte Menschen waren, die auf der Suche nach ihrer Liebe im Nix gelandet waren. Martin findet seine Anna wieder, beide fallen sich in die Arme und sagen - nichts. Eine ebenso anrührende wie unterhaltsame Geschichte mit viel Tiefe, die das Publikum fast 20 Minuten lang in den Bann schlug.

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Vorher gab es schon einen Gast aus Timbuktu (Schulz) der ein Gedicht in seiner Heimatsprache vortrug (in dem es um Essensgebräuche in Timbuktu ging) und das von einem Dolmetscher (Hüllstrung) übersetzt wurde. Und bei der Sendung "Boulevard Broadway" berichteten zwei TV-Journalisten (Ott und Schulz) über die Premiere des neuen Musicals "Die Meerschweinchen-Gang", wobei sie kurze Ausschnitte aus einzelnen Liedern zeigten (gesungen von Djandji und Hüllstrung als die Meerschweinschen Lisa und Kurt sowie Freund als den bösen Meerschweinchen-Fänger). Außerdem gab es bereits eine beeindruckte Geschichte ganz in Reimen: "Die Hand im Klo". Ein Diener des Königs (Schulz) findet beim Reinigen der Toilette eine abgeschnittene Hand im Klo, bei der es sich um die Hand der Königin handelt, die offensichtlich ermordet wurde.FREISTIL Stadtgarten 09 Er und der König (Freund) verdächtigen sofort den Baron (Hüllstrung), der verliebt in die Königin war. Doch selbst unter Folter (der Diener steckt den Kopf des Barons in die Kloschüssel) leugnet dieser die Tat. Schließlich kommt heraus, daß es der Diener selber war, der dem Königspaar seinen Reichtum geneidet hatte und wußte, daß er von der Königin viel Geld erben würde. Beim Versuch, auch den König und den Baron mit einem Messer zu ermorden, wird der Diener überwältigt und der König ersticht ihn mit dessen Messer, das es vorher in die tote Hand seiner Frau drückt, damit der Mörder durch die Hand seines Opfers stirbt (siehe Foto). Dabei reimten die drei Spieler, daß es eine Freude war. Später gab es noch ein Zappen mit den fünf Orten "Unter dem Baum/ Im Ponyhof/ In der Orgelpfeife/ Im Stadion/ House of Horror". Und die Szene "Michael Jackson kehrt zurück" (mit Hüllstrung als Jackson und Schulz als Fan) wurde als Wiener Walzer und (dank der Vielseitigkeit von Karsten Kramer, des Keyboarders) dann als Bollywood wiederholt. Schade, daß FREISTIL erst wieder ab September regelmäßig in Freiburg spielt, denn obwohl viele Zuschauer eine der "Best of FREISTIL"-Video-DVDs kauften, kann das Video die Zeit bis September zwar etwas füllen aber einen Live-Auftritt dieser beeindruckenden Gruppe nicht ersetzen. Weitere Fotos von FREISTIL: Hier

Freitag, 17. Juli: Asunción wird Champignon 2009!

Es gibt einen neuen Champignon in Freiburg: Etwa 110 Zuschauer feierten den Sieg von Asunción beim Abschluß-Abend des Festivals. Champignon Stadtgarten 09Und die Zuschauer, die trotz des schlechten Wetters gekommen waren, erlebten eine Premiere: Es war der allererste Champignon-Abend seit dem Jahr 1999 (dem Jahr der ersten Aufführung dieses Formats in Freiburg) an dem es regnete! 10 Jahre lang hatte es am Freitag, dem Festival-Abschlusstag, nicht geregnet. Zwar hörte der Dauerregen glücklicherweise pünktlich um 19:30 (zum Beginn der Aufführung) auf, so daß der Champignon-Wettbewerb ohne Störungen ablaufen konnte. Trotzdem saßen zur Sicherheit die Zuschauer zum ersten Mal bei einem Champignon alle unter dem Dach des Pavillons, so daß sich die Bühnenfläche für die 14 Akteure des Abends (12 Spieler/innen, ein Musiker und der Moderatort) drastisch verkleinerte.

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Aber die Impro-Spieler ließen sich von der winzigen Bühnenfläche nicht beeinträchtigen und improvisierten viele schöne Szenen - und das obwohl die Teilnehmer/innen aus sieben verschiedenen Festival-Gruppen kamen (Improleten I und II, Spielzeugen, Hier und Jetzt, Impro con Carne, IdeeFix und FREISTIL) und in dieser Zusammensetzung noch nie zusammen gespielt hatten! Champignon 09Asunción von den Improleten siegte am Ende der fünften Runde knapp mit 101 Punkten vor den beiden Vize-Champignons Simone (FREISTIL) und Doris (IdeeFix) mit je 100 Punkten. Asunción bekam als Preis eine Dose mit Champignons (1.Wahl), eine große Tafel Schokolade und einen Liter Saft und wurde dann von den anderen 11 Teilnehmer/innen mit dem Lied "She is the Champignon" gefeiert und auf Händen getragen. Beteiligt am Champignon-Abend waren außer Asunción, Simone und Doris: Matthias und Johanna (Spielzeugen), Barbara und Manfred (Improleten), Bianca und Andreas (Impro con Carne) und Bettina (IdeeFix), die kurzfristig für einen erkrankten Mitspieler eingesprungen war. Begleitet wurde der Auftritt vom Profi-Musiker Karsten Kramer (der sonst bei FREISTIL spielt) und mit seinem Keyboard dazu beitrug, daß es ein gelungener Abend und schöner Festival-Abschluß wurde. Mehr Bilder der Aufführung gibt es: Hier

Samstag, 18. Juli: Paletten-Aktion im Regen

Am Samstag morgen wurde der Organistor des Festivals, Christian M. Schulz, von Getränke Brüstle unsanft aus dem Bett geworfen. Der freundliche Händler rief den verschlafenen Verantwortlichen (der sich eigentlich auf seinen ersten freien Tag gefreut hatte) an, um ihm mitzuteilen, daß ein Abtransport der Palette mit den 20 Bierbänken und 10 Biertischen leider nicht möglich sei, da die Palette falsch beladen sei. Statt längs der Palettenbretter müssten die Bänke und Tische unbedingt quer gestapelt werden, da sonst der Gabelstapler die Palette nicht heben könne. Palettenumbau Stadtgarten 09Schulz organisierte sich über einen Spieler von Impro con Carne die Telefonnummer von Andreas (ebenfalls Impro con Carne), der beim Champignon am Abend vorher mitgespielt hatte und auf dessen Rat er die Bänke längs hatte stapeln lassen, statt (wie von Schulz geplant) quer. Andreas, dem der falsche Ratschlag peinlich war, beteuerte, daß auf dem Bauernhof, auf dem er gearbeitet habe, die Paletten immer längs beladen worden waren und erklärte sich sofort bereit, Schulz beim Umbau zu helfen.

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Pallettenumbau Stadtgarten 09So trafen sich die beiden am Pavillon, luden alle 30 Teile ab und dann richtig rum (quer zum Pallettenholz) wieder auf. Glücklicherweise kam auch Meike dazu, eine weitere Impro con Carne-Spielerin, die von Andreas informiert worden war: Denn diese gab den beiden Männern erstens den guten Rat, nicht unbedingt im strömenden Regen zu arbeiten, sondern den heftigen Regenschauer unter dem Pavillondach abzuwarten (was die beiden dann taten), und zweitens fotografierte sie später die schwitzenden und regennassen Umstapler bei der Aktion, so daß deren aufopferungsvolle Arbeit für die Leser dieser Seite dokumentiert werden konnte. Pallettenumbau Stadtgarten 09Außerdem verzierte sie das rote Packband für den fertigen Stapel mit einer hübschen Schleife "Damit sich der Gabelstaplerfahrer freut". Die Palette wurde inzwischen von Getränke Brüstle abtransportiert.
Mehr Bilder vom Palettenumbau: Hier

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